Abgesehen von den Jungs in meinem GameDesign-Kurs, meiner Game-begeisterten Freundin und meiner Freunde, finde ich mich des Öfteren in meist
folgendem Gespräch:
Sie/Er: “Und was machst du so in Wien?”
Ich: “Studieren”
Sie/Er: “Ah, cool, was denn?”
Ich: “Game Design an der SAE Wien”
Sie/Er: “Was?”
Ich: “Game Design”
Sie/Er: “Aha, das heißt du spielst den ganzen Tag oder was?”
Ich (seufzt): “Nein, das ist ziemlich harte Arbeit, es geht um das erlernen von 3D Grafik, Interactive Story Telling, Character Development, Engines und aktuelle Trends im Game Bereich”
Sie/Er: “Aha, cool… Also, ich muss dann weg, war schön mit dir gesprochen zu haben…”
Ich warte ja noch drauf, dassdie Cobra bei mir vor der Haustür steht, weil ich gewaltverherrlichende Inhalte auf meinem Bildschirm laufen hab…
Jetzt mal ernsthaft, WTF?
Games sind inzwischen ein größerer Industriezweig als Film und Musik zusammen, nur dass diese zwei Stränge vom soziopathischen BlackMetaler bis zum krochenden Krocha (weibliches Pendant dazu wäre dann “Nachtschichtfotze“ (ernsthaft jetzt, das ist der “offizielle” Titel) ).
Tja und Games?
Der typische Gamer (wie in der WoW Episode von SouthPark (Make Love not Warcraft war das glaub ich) ziemlich gut verarscht) wäre dann das hier:

Laut einer Studie ist das aber irgendwie anders der Fall…
…joystick junkies are actually in better than average physical condition,
a new US survey suggests, although they may be less healthy mentally.
(Quelle: New Scientist)
Gut, es ist ne Ami-Studie, also ungefähr so sinnvoll wie ein Igel in einer Sargfabrik, aber dennoch…
Warum kriegt man also dieses Bild nicht aus dem Kopf?
Klar, WoW-Spieler haben ihren Teil dazu beigetragen (danke, Pisser…)
Man kann mir vieles Nachsagen, aber nicht dass ich zuhause vergammeln würde und den ganzen Tag nur rumzocke.
Games sind harte Arbeit…
Jedes Pixel muss aufgebaut werden, jedes 3D Modell getestet und design werden, von Programmabstürzen und Systemfehlern zu schweigen, jeder Ton muss aufgenommen werden, zusammengepackt, jedes Artwork gezeichnet, designed werden jeder Dialog geschrieben und eingesprochen werden.
Dafür benötigt man Zeit, viel Zeit, viele Leute und alle schwitzen und arbeiten…
Crunch times sind eine “Erfindung” oder Notwendigkeit von der Game-Industrie…
Wenn ein Projekt kurz vor Fertigstellung steht wird halt in der Firma übernachtet, wochenlang.
Vergiss es wenn du ne Familie zuhause hast, wenn du deiner Tochter beim groß werden zusehen willst, vergiss es, wenn du in der Games-Branche bist…
Und all die scheiß Arbeit wofür?
Damit dann Leute erst wieder denken, dass Gamer asoziale Fettsäcke sind, die nichts besseres zu tun haben als vor dem Monitor zu sitzen und deren einziger Kontakt zur Außenwelt Teamspeak ist und deren einzige zwischenmenschliche Aktivität youporn ist?
Fuck, nein!
Hab letzens mit dem Chef der Quality Assurance Abteilung einer Spieleschmiede gesprochen, der meine seine Freundin erzählt bis heute, dass er in der Firma spiele spielt, den ganzen Tag…
Warum spiele ich also?
Das versuch ich das nächste Mal zu beantworten…